Lutterfreilegung Bielefeld
Die Bielefelder Lutter (Weser-Lutter), 1452 von der Ems-Lutter abgezweigt, um die Bielefelder Wasserversorgung zu stabilisieren, wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert über größere Abschnitte verrohrt und unter die Erde verlegt. Rund 100 Jahre später begannen die bereits länger andauernden Erwägungen zur Freilegung einzelner Abschnitte im Innenstadtbereich Form anzunehmen. 2020 wurden die Planungen zur Offenlegung innerhalb der Ravensberger Straße zwischen Niederwall und Teutoburger Straße beauftragt. Langwierige Abstimmungen hinsichtlich der Aufteilung
des Straßenraums in Flächen für den Individualverkehr, Parken, Radfahrer und Fußgänger sowie den Wasserlauf der Lutter folgten, bis 2022 der auf über 600 m neugestaltete Straßenraum der Bevölkerung übergeben wurde. Auf vorgetäuschte natürliche Windungen wurde nicht nur aus Platzgründen bewusst verzichtet, das Wasser wird in einem geradlinigen, offenen Gerinne mit seitlichen Wänden aus Bruchstein geführt und einer Rahmung aus Betonfertigteilen, die gleichzeitig als Sitzmauer dient, versehen. Das ohnehin beliebte Quartier hat seitdem eine enorme zusätzliche Belebung erfahren.










