Gärten
Wer heute durch unsere Wohnquartiere spaziert, sieht zunehmend Grundstücke, die sich in einer Ausstattung aus Rasen, Plattenfläche und Trampolin erschöpfen. Eingerahmt wird das Ganze dann von einem Stabgitterzaun mit eingeflochtener Plastikfolie, die sich nach wenigen Jahren auflöst und in einzelne Fetzen zerfallen Grundstück und angrenzende Flächen dekoriert. Der Baumarkt liefert dann noch die passende Dekoration zum Ensemble. Wurden in den vergangenen Jahrzehnten wenigstens noch Koniferen oder Kirschlorbeer gepflanzt, scheint auch das langsam vorbei zu sein. Hier und da tauchen die ersten Kunstrasenflächen auf, sodass wohl bald auch der Mähroboter
in Rente gehen kann. Wo sollen unsere Kinder hier noch Natur erleben, zu welchen Blumen sollen die Bienen fliegen, wo kann die Amsel noch ihr Nest bauen und wo können wir im Wechsel von Licht und Schatten die Jahreszeiten erkennen? Wo können wir beim Duft der Kletterrose und dem Lied des Rotkehlchens den Sommerabend verbringen? Von Raumbildung, Sichtbeziehungen und Zwiesprache zwischen Garten und Architektur ganz zu schweigen. Wer mangels Verbindung und Phantasie damit zufrieden ist, sich sein Haus und Grundstück vom Baumarkt dekorieren zu lassen, der mag das tun. Wer einen Garten möchte, kann mit uns auf die Reise gehen.





